Elvis

Elvis

Das ist Elvis und er wird in 9 Wochen bei mir einziehen! 🙂 🙂 🙂

Nie hätte ich gedacht, dass ich jemals einen Hund besitzen würde, der Gedanke war so abwegig. Und jetzt kommt Elvis und ich freue mich so sehr! Ich könnte den ganzen Tag durch die Gegend hüpfen und rufen: Wir bekommen ein Pudelchen!!! 🙂

Ja, Elvis Fidelio Bellagio, wie er mit vollem Namen heißt, ist ein kleiner Pudel. Auch wenn dann viele die Augen rollen und fragen: „Wolltest du dir nicht einen richtigen Hund kaufen?“.

Pudel sind sehr intelligent und einfühlsam, sie werden als Therapie – und Begleithund eingesetzt und das soll er ja auch für mich sein, ganz genau das. Und er ist noch nicht mal da, aber es wirkt schon! 🙂 Ich grinse den ganzen Tag. Die Aussicht auf eine so verantwortungsvolle und liebevolle Aufgabe gibt mir so einen Auftrieb, ich glaube zum ersten Mal ist der Krebs (zwischendurch) eine langweilige und unwichtige Nebensache geworden 🙂

Ich habe meine Eltern gefragt, ob sie bereit sind Elvis zu übernehmen, wenn ich sterbe. Pudel werden bis zu 17 Jahre alt, also hat er noch eine ganze Zeit länger vor sich als ich. Meine Eltern haben darüber nachgedacht und zugestimmt. Das ist jetzt gar nicht mal so selbstverständlich. Ich hatte vermutet, sie sagen so: Ja, na klar.. Ich dachte sie verdrängen. Aber sie haben sich hingesetzt und überlegt: Unsere Tochter hat Krebs und wird sterben. Jetzt kauft sie sich einen Hund. Der wird in absehbarer Zeit bei uns leben. Machen wir das?

Mein Mann kann sich nicht vorstellen alleine für den Hund zu sorgen, aber wahrscheinlich wird er sich so sehr in Elvis verlieben, dass er ihn dann nicht hergeben kann. Wer weiß.

Mein Mann hat darauf bestanden, dass Folgendes noch neben Elvis einen Blogeintrag bekommt und nicht völlig unter den Tisch fällt 🙂 :

Am Samstag hatten wir unseren ersten Hochzeitstag!

Letztes Jahr haben wir ein paar Tage nach unserer Hochzeit die Diagnose erhalten. Ich rechne nicht nach wann, denn ich will  keinen Jahrestag daraus machen. Die Prognose war extrem schlecht. Damals sagte mein Mann: “ Also ein Jahr muss ich aber mindestens verheiratet sein!“ Ein unwahrscheinliches Ziel. Jetzt wollen wir aber auch die Rosenhochzeit! 😉

Sommerpause

So, jetzt bin ich offiziell nicht mehr jung! Am Freitag bin ich vierzig geworden. Ich fand mich mit 39 auch nicht mehr wahnsinnig jung, aber die Ärzte im Krankenhaus wohl. Ich weiß nicht, wie oft ich zu hören gekriegt habe „Und noch so jung…“ Mal ganz abgesehen von meinen ganzen Leidensgenossen, unter denen kaum einer unter 70 ist 😉 Schauen wir mal, ob ich das jetzt noch zu Hören kriege. ich bin nicht sehr eitel was mein Alter angeht, aber ich muss zugeben, ähm, dieser Satz ging mir doch runter wie Öl. Das Drumherum (… bekommen Sie Krebs und müssen sterben 😦  habe ich nach einer Weile einfach ignoriert 😉 das hat wohl schon die Strategie ein bisschen Gaga gegriffen.

Ich habe mich entschieden, die Beförderung anzunehmen. Ich freue mich darauf! Egal wie lange, die nächste Zeit wird schön und bereichernd.

Es gibt noch einen weltenbewegenden Entschluss: Ich möchte einen Hund. Ich hatte noch nie einen Hund, es ist also durchaus eine Entscheidung, die mir ziemlich fern war. Ob es klappt, weiß ich auch noch nicht, da müssen Vermieter und Arbeitgeber noch ein Wörtchen mitreden, aber vielleicht schon bald…

Eine Weile habe ich den Gedanken in meinem Kopf herumkugeln lassen, von allen Seiten betrachtet, logistisch, ethisch, gefühlig, praktisch, pädagogisch und beschlossen, dass ein Hund meine psychoonkologische Betreuung sein soll. Er soll mein Begleit- und Therapiehund sein. Auf die Idee bin ich das erste Mal durch das Buch „Lebe!“ gekommen, indem eine wirklich junge Frau beschreibt, wie sie mit ihrem künftigen Krebstod umgeht. In Holland bekommen offenbar Palliativpatienten selbstverständlich einen Begleithund gestellt. Man kann sich denken, dass so ein Lebewesen wirklich große Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden haben kann.

Einen Hund zu halten war für mich ein wirklich abwegiger Gedanke, ich hätte nie vermutet, das in meinem Leben Raum dafür da ist. Aber ich mach mal.

Alm1q

Im Herbst geht also alles los, ein neuer Job, ein neues Leben mit Hund (hoffentlich) und bis dahin fahre ich ans Meer und in die Berge.

Schöne Ferien!